Nabiha & Thom

Hawa Mahal, India 2017

Nabiha & Thom

Entstehung des Werkes

Technisch ist diese Fotografie eine in der Kamera entstandene 3-fache Mehrfachbelichtung, bei der gleichzeitig gezoomt wurde.

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In der Serie Hawa Mahal geht es um Freiheit – und der Bedeutung von eingesperrt-Sein in einem
schönen Raum und der Hoffnung auf eine Zukunft in der “Aussenwelt”.

Die Bilder dieser Serie zeigen Überlagerungen der kleinen bunten 20x20cm großen GlasFenster, aus
denen die Haremsdamen bzw. Damen des Hofes, die im wunderschönen Palast der Winde um 1799
zur Zeit des Maharaja Sawai Pratap Sing verweilen durften.
Es war ihnen nicht erlaubt nach draußen auf die Strasse zu gehen. Damals gab es noch keine
Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann.

In der 5-teiligen Serie Hawa Mahal setzen wir uns mit dem Thema Freiheit und Gleichberechtigung
auseinander. Es scheint, dass in der aktuellen Situation der Pandemie und der neuen kollektiven
Erfahrung der Lockdowns eine gewisse Parallele zu unserem Projekt erkennbar ist:
alle wissen wir nun, wie schrecklich es ist, nicht nach draußen zu dürfen, selbst wenn das eigene
Zuhause ein hübscher Palast sein sollte.

Das Bild Hawa Mahal V zeigt in seiner gezoomten, perspektivischen 3-fachen Überlagerung der
kleinen Glasfensterchen potentielle neue Wege nach draußen und in eine neue Zukunft auf.

Möge diese Zukunft eine sein, die viele Menschen und den ganzen Planeten in Gesundheit und ins
Gleichgewicht bringt!

Wie gestaltet sich dein kreativer Prozess?

Wir fotografieren einzeln oder gemeinsam, anschliessend kommt die Bildauswahl am Computer. Einige Arbeiten, wie auch die Hawa Mahal Serie, sind vor Ort, direkt in der Kamera entstanden und die RAW Datei zeigt bereits das fertige Bild. Dank der Möglichkeit der Mehrfachbelichtung in der digitalen Spiegelreflexkamera macht es großen Spass vor Ort präzise und ausgiebig zu arbeiten, wenn man mehr will als nur eine Bildebene. Manche dieser Bilder sind 9-fach belichtet. Andere Arbeiten entstehen „klassisch“ mit der Collage-artigen Montage-Ebenentechnik von Photoshop.

Was inspiriert mich?

Die Natur, unser Heimatplanet Erde und das Wunder, all dies erleben zu dürfen.

Wie kam ich zur Kunst?

Als ich 1990 13 Jahre alt war, hatte ich einen magischen Moment, der meine grenzenlose
Leidenschaft für die Fotografie weckte: beim intensiven Betrachten der goldenen Jubiläumsausgabe von GEO bekam ich Gänsehaut, als ich tief in das doppelseitig abgedruckte Bild des dampfenden Amazonas Regenwaldes eintauchte. Das Gefühl, das ich mich beim Betrachten dieser 2D-Representation des Waldes überkam beeindruckte mich so tief, dass mir bewusst wurde, dass ich eine solche Arbeit beruflich machen möchte: durch meine Fotografie beim Betrachter Emotionen und Mitgefühl für die Wunder diese Welt wecken. Seit dem bin ich fest überzeugt, dass Menschen nur das was sie lieben und bewusst schätzen auch wirklich schützen.

Thom und ich hoffen beide durch unsere gemeinsame künstlerische Arbeit, sowie durch unser
ökologisches Engagement, zu mehr Bewusstheit für dieses Wunder „Planet Erde“ beizutragen. Wenn wir als Spezies Mensch hier eine Zukunft haben wollen, dann müssen wir mit all dem, was uns nährt und unsere Existenz überhaupt erst ermöglicht, in Balance kommen und dürfen nicht mehr verbrauchen, als sich regenerieren kann.

Fotografie / Mischtechnik

www.unityart.eu

Würzburg